Weihnachtsgrüße an Calvör-Eigentümer E. Kohl

Von Julia Neumann

Für die Aktiven bleibt es dabei: Calvör-Eigentümer Eckart Kohl wird keine Ruhe finden, solange in seinen Buchläden nicht akzeptable Arbeitsbedingungen herrschen. Neue geklebte Plakate erinnern den Eigentümer der Buchhandlung daran. Zu den geforderten Mindeststandards gehören Gehälter entsprechend des Tarifvertrags, das Einhalten von gesetzlichen Vorschriften und ein respektvoller Umgang mit den Beschäftigten. Für sie seien diese Mindeststandards „nicht verhandelbar“, so die Aktiven auf dem neuen Plakat. Außerdem werden sogenannte „Flash-Mobs und eine aktionsorientierte Öffentlichkeitsarbeit“ angekündigt, in der Weihnachtszeit sicherlich eine gute Entscheidungshilfe für den uneinsichtigen Eigentümer und seine Geschäftsführerin der Campus-Filiale.

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Bundesarbeitsgericht: Flashmobs legal!

von Julia Neumann

Es bleibt dabei, mögen sich die Unternehmer auch noch so ärgern: Gewerkschaftlich organisierte Flashmobs sind nach Meinung des Bundesarbeitsgerichts (BAG) legitime Arbeitskampfmaßnahmen!
In der Begründung des BAG (Az 1 AZR 972/08) erläutern die ArbeitsrichterInnen ihr Urteil wie folgt: Sie argumentieren, dass Flashmobs legitime Arbeitskampfmaßnahmen sind, da die Unternehmer Reaktionsmöglichkeiten haben, z.B. die Flashmob-Aktion zu beenden in dem sie die Aktivisten mit Hausverbot belegen, Ware wieder in die Regale räumen lassen oder betroffene Läden vorrübergehend schließen.

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Lohndumping bei Calvör

Aus: Göttinger Betriebs Express, Nr. 187 vom 02.12.09

So hatte sich der Inhaber der „Akademischen Buchhandlung Calvör“ die Geschäftserweiterung wohl nicht vorgestellt: Seine Übernahme der Buchhandlung auf dem Göttinger Campus im Zentralen Hörsaalgebäude der Universität ist nicht etwa durch ein besonderes Buchsortiment in aller Munde, sondern wegen der schlechten Bezahlung der Beschäftigten.
Kaum hatte sich herumgesprochen, dass diese Verkaufsstelle ab September als Calvör-Filiale betrieben wird, da gründeten GewerkschaftsaktivistInnen gemeinsam mit Studierenden eine Initiative für bessere Arbeitsbedingungen auf dem Campus, das „Bündnis Dichtmachen Göttingen“. Ihrer Informationsarbeit ist zu verdanken, das seitdem einer breiteren Öffentlichkeit unwürdige Arbeitsbedingungen bekannt werden, die nicht nur in dieser Filiale gelten, sondern zuvor schon jahrelang auch im Calvör-„Stammhaus“ sowie in der Filiale in Bovenden: miese Löhne weit unter Tarif, Behinderung der Betriebsratsarbeit, respektloser und willkürlicher Umgang des Eigentümers mit seinen Angestellten. Die sehr hohe Fluktuation unter den Beschäftigten spricht Bände: In den letzten ca. 10 Jahren nahmen ca. 20 Angestellte ihren Hut…..
GUTSHERRENART ZAHLT SICH NICHT AUS
Die aktuelle öffentliche Diskussion hat sich der Eigentümer Herr Kohl jedenfalls selbst verdanken, verweigert er doch seit Jahren hartnäckig jedes Gespräch mit seinen Beschäftigten zu diesem Thema.
Seit ca. 2 Jahren gibt es bei Calvör einen Betriebsrat. Auslöser dieser Initiative war eine der typischen Willkürmaßnahmen des Eigentümers Herrn Kohl: ohne jedes wenn und aber verweigerte er zwei MitarbeiterInnen mit schulpflichtigen Kindern, ihren Urlaub in der Schulferienzeit zu nehmen. Letztlich war dies aber nur der berühmte letzte Tropfen, der hier ein Fass voller Unternehmerwillkür zum Überlaufen brachte:
 Vergütung der Beschäftigten nach Gutdünken des Inhabers, zumeist unter Tarif
 Unangekündigte Streichung von Urlaubsgeld
 Durchführung der jährlichen Inventur an Sonntagen
 Begrenzung der Deponierung von Wasserflaschen (zum Trinken) auf den Pausenraum mit der Begründung, im Verkaufsraum Wasser trinkende Angestellte störten die Kundschaft (wobei der Pausenraum im Obergeschoss ist, Trinken also nur bei Verlassen des Arbeitsplatzes möglich).
Das Maß war damals also voll, und die BR-Gründung wurde erfolgreich durchgezogen. Auch massive Behinderungsversuche des Ladenbesitzers konnten dies nicht mehr aufhalten: so wartet der BR z.B. nach wie vor vergeblich auf die angeforderte Information über die genaue Anzahl der Beschäftigten in Stammhaus und Filiale. Schätzungsweise gibt es derzeit in den mittlerweile 3 Calvör-Niederlassungen insgesamt ca. 13-16 Beschäftigte, darunter ein stets größer werdender Anteil von 400-Euro-Kräften.
Bis heute bemüht sich der Eigentümer nach Leibeskräften, den BR komplett zu ignorieren und verweigert jegliche Art der Kooperation. Keiner einzigen der verschiedenen Gesprächseinladungen des BR ist er bisher nachgekommen. Vor diesem Hintergrund ist es ziemlich absurd und dreist, dass Herr Kohl auf Presse-Anfragen zur „Dichtmachen“-Kampagne im September behauptete, von den Vorwürfen überhaupt erst durch das Studentenwerk (Vermieter des Campus-Ladens) erfahren zu haben. Und überhaupt habe aus dem Kreis seiner Angestellten diesbezüglich niemand das persönliche Gespräch mit ihm gesucht. Auf anonyme Vorwürfe und Kampagnen jedenfalls werde er nicht reagieren.
KAMPAGNE WIRKT
Ganz so unbeeindruckt scheint ihn die Kampagne dann aber doch nicht zu lassen: dem Vernehmen nach will er in der Campus-Filiale nun doch Tariflöhne zahlen. Aber nur da, nicht in den Geschäften in der Weender Straße und in Bovenden. Ganz zu Recht fordert daher das Bündnis „Dichtmachen“ weiterhin die Anwendung tarifrechtlicher Mindeststandards für ALLE Calvör-MitarbeiterInnen sowie einen respektvollen Umgang. Dazu gehört auch, dass endlich Schluss ist mit einsamen Entscheidungen nach Gutsherrenart, und dass die gewählte ArbeitnehmerInnenvertretung als Partnerin akzeptiert wird.

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FILM- UND DISKUSSIONSVERANSTALTUNG

DAS ENDE DER VERTRETUNG – EMMELY UND DER STREIK IM EINZELHANDEL

Mi. | 9.12.2009 | 19:30 h | DGB-Haus | Obere Masch 10 | Göttingen

Die Situation der Beschäftigten im Einzelhandel hat sich in den letzten Jahren drastisch verschlechtert. Als die Arbeitgeber Ende 2006 die Zuschläge für Spät- und Nachtarbeit kürzen wollten, hatten sie im Empfinden vieler Beschäftigter eine Grenze überschritten: Die längste und härteste Tarifauseinandersetzung im deutschen Einzelhandel begann.

Der Film begleitet die Streikenden über mehrere Monate. Viele streiken zum ersten Mal in ihrem Leben. Manchen wird ihr Engagement im Streik zum Verhängnis, Emmely zum Beispiel. Nachdem sie in ihrer Kaiser’s Filiale den Streik organisiert hat, wird ihr unter einem Vorwand fristlos gekündigt. Als sie auf Wiedereinstellung klagt, bekommt sie die ganze Wucht des einseitig an den Interessen der Unternehmen ausgerichteten deutschen Arbeitsrechts zu spüren.

Der Film sucht nach Antworten auf die Frage, weshalb die Beschäftigten und ihre Organisationen nicht in der Lage sind, sich gegen die Arbeitgeber durchzusetzen. Er erkundet das Engagement der ArbeiterInnen im Streik und analysiert das Vorgehen der Streikleitung und die Rolle der Betriebsräte. Beschrieben werden auch die Interventionen linker Gruppen an der Seite der Streikenden.

Anschließen an den 60min. Film soll eine Diskussion um die Rolle von Gewerkschaften in Tarifauseinandersetzungen. An der Diskussion teilnehmen wird Samira Fansa, die aktiv an der Entstehung des Filmes mitwirkte. Dabei soll zum Einen der Frage nachgegangen werden, welche Interventionsmöglichkeiten Gewerkschaften haben und wie diese genutzt werden. Des Weiteren sollen Handlungsperspektiven für Streikende jenseits gewerkschaftlicher Organisation diskutiert werden.

In der Pause, zwischen Filmvorführung und Diskussion, sorgt die rote Suppenküche Red & Hot für das leibliche Wohl aller Anwesenden.

Die Veranstaltung der ALI wird unterstützt von der ver.di-Jugend Göttingen.

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Neues Plakat

Hallo, ihr könnt das neue Plakat hier als PDF runterladen. Gerne auch ausdrucken und kreativ verwenden. Eckart freut sich ja sehr über unsere Öffentlichkeitsarbeit, wie hier dokumentiert in Bovenden. Da sollten wir ihn auch in Göttingen nicht enttäuschen!


Calvör Bovenden, 5. Oktober 2009

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Plakate schaffen Öffentlichkeit

Am verkaufsoffenen Sonntag konnten sich zahlreiche Passanten über die Situation in der Buchhandlung Calvör informieren. Den ganzen Tag über hingen Plakate an den Schaufensterscheiben der Hauptfiliale in der Göttinger Fußgängerzone.
Das Informationsangebot wurde zahlreich genutzt und Passanten bekundeten ihre Solidarität mit den Beschäftigten: „Es ist eine Sauerei Hungerlöhne zu zahlen. Der Kohl sollte sich was schämen“ so Otto Köhler, der mit seiner Familie aus Duderstadt angereist war.

Jule Winter vom Bündnis Göttingen Dichtmachen erklärte: „Eckart Kohl sollte sich gut überlegen, ob es nicht in seinem Geschäftsinteresse liegt, die Beschäftigten respektvoll zu behandeln. Wir sind viele aktive UnterstützerInnen und wir sind ausdauernd. Bezahlung nach Tarifvertrag ist das absolut Mindeste!“

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Flashmob action!

von Jule Winter

In Tarifauseinandersetzungen dürfen Gewerkschaften auch zu unangemeldeten Blitzaktionen -sogenannten Flashmobs- aufrufen. Das entschied jetzt das Bundesarbeitsgericht in Erfurt (1 AZR 972/08).
Bei solchen kurzfristigen Aktionen versuchen UnterstützerInnen den Ladenbetrieb von bestreikten Geschäften zu behindern.

Hintergrund
Die Gewerkschaft ver.di hatte im Dezember 2007 während eines Streiks eine einstündige Aktion in einer Supermarktfiliale organisiert, in der Streikbrecher arbeiteten. Dabei suchten rund 40 Aktivisten die Filiale auf, kauften Cent-Artikel und verursachten dadurch Warteschlagen an den Kassen. Außerdem packten sie die Einkaufswagen voll und ließen diese dann stehen. Der Arbeitgeberverband wollte mit seiner Klage künftig derartige Aktionen verhindern.

Aktionen grundsätzlich zulässig
Wie das BAG jetzt entschied, sind solche Aktionen zulässig, solange sie nur vorübergehend sind und nicht in eine komplette Blockade ausarten. Die gezielte Störung betrieblicher Abläufe gehöre zum Arbeitskampf, erklärten die Erfurter Richter zur Begründung.

Flashmob im Wahlkampf
Derartige Aktionen fanden auch in der Schlußphase des ansonsten langweiligen Wahlkampfs statt. In Hamburg jubelten Flashmobs Angela Merkel so lautstart zu, dass ihre Wahlkampfrede unterging. In Göttingen hatten „Junge Unternehmer“ viel Spaß mit der Jungen Union und den Jungen Liberalen, bei gemeinsamen Protestaktionen gegen Sarah Wagenknecht…

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