Presseberichte

Dichtmachen Aktion 2008 in Berlin
Kino Arbeitskampf 2007 in Göttingen

Taz vom 24. Juni Ver.di muss draußen lieb bleibenGericht untersagt der Gewerkschaft die Blockade von Geschäften. Mit solchen Streikmethoden konnte Ver.di dem Einzelhandel ernsthaft wirtschaftlich schaden. VON JAN OLE ARPS

Berliner Zeitung vom 24. Juni Streik: Wann beginnt eine Blockade? – Arbeitsgericht verhandelt über einstweilige VerfügungUnter Androhung von 250 000 Euro Strafe will der Einzelhandelsverband der Gewerkschaft Verdi Streikmaßnahmen untersagen, bei denen der Zugang zu Lebensmittelfilialen von Demonstranten blockiert wird.

Bericht bei Umbruch-Bildarchiv – „Dichtmachen! Jetzt reichelt’s!“
In den frühen Morgenstunden des 6. Juni 2008 machten etwa 150 Menschen die Reichelt Filiale in der Berliner Straße 24 in Berlin-Wilmersdorf dicht…

Berliner Zeitung vom 07.06.2008 – „Jetzt reichelt’s!“
Berlin – Seit über einem Jahr läuft der Tarifkampf im Handel. Doch der Kunde bekommt davon nichts mit…

TV Berlin News Videobeitrag
Streik im Einzelhandel – Bilder von vor Ort – Interview mit Erika Ritter

Welt onlineHamburger AbendblattVer.di ruft zum Streik in Reichelt-Filiale auf
Berlin (dpa/bb) – Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di hat für heute zum Streik in einer Reichelt-Filiale in der Berliner Straße in Wilmersdorf aufgerufen.

RBB onlineStreik in Berliner Reichelt-Filiale
Im Tarifkonflikt des Einzelhandels haben in Berlin-Wilmersdorf Beschäftigte einer Reichelt-Filiale gestreikt. …

Neues DeutschlandBei ver.di mal was Neues
Unkonventioneller Streik im Einzelhandel / Supermarkt in Wilmersdorf blockiert

TagesspiegelDas Ende der Straße
Seit 2006 wird in Deutschland mehr gestreikt als in den zehn Jahren zuvor. Doch auch immer erfolgloser – die Gewerkschaften suchen Alternativen

Junge WeltUmsatzbremse gezogen
Ver.di macht Druck im Tarifkonflikt des Einzelhandels: Konsumverhinderungsaktion vor Reichelt-Supermarkt in Berlin. Solidarität von linken Gruppen

TageszeitungVer.di wird rabiat
Im seit Monaten dauernden Tarifkonflikt im Einzelhandel greift Ver.di zu neuen Kampfformen: Mit linken Gruppen will man eine Einzelhandelsfiliale blockieren

Berliner KurierKUNDEN BEPÖBELT, POLIZEI IM EINSATZ
Ver.di blockiert Supermarkt
Hintergrund ist ein Tarifstreit

TAZ vom 21.12.2007

Protest fürs Kino
Euro-Mayday-Bündnis probt den Aufstand und solidarisiert sich mit streikenden Kino-Mitarbeitern. VON PETER NOWAK

Der rote Teppich ist ausgerollt. MedienvertreterInnen aus aller Welt warten auf den Auftritt der Filmstars. Doch plötzlich beginnt ein Darsteller im Bärenkostüm den roten Teppich zu reinigen. Dann kommen Menschen vom Bündnis „Mir reichts nicht“ mit Megafon und Transparenten ins Bild und protestieren gegen die Arbeitsbedingungen in den Berliner Kinos. Solche Szenen könnten bei der Berlinale 2008 Realität werden.
Am späten Mittwochnachmittag wurde am Potsdamer Platz schon mal für die Berlinale-Intervention geübt. Ein „prekäres Glücksrad“ wurde vor dem Berlinale-Büro aufgebaut und das Personal zum Mitspielen aufgefordert. Wer verliert, sollte seine tägliche Arbeitsbedingungen mittels einer Filmszene – etwa aus „Der unsichtbare Aufstand“, „Falling Down“,“Täglich grüßt das Murmeltier“ oder „Stirb an einem anderen Tag“ – beschreiben. Im Anschluss verschafften sich die AktivistInnen mit einen Rundgang einen Überblick über die Kinos, Büros und Filmlager, die zum Unternehmen Berlinale gehören.
Die Aktion hat aktuelle Hintergründe. Unter den rund 120 Beschäftigten des Cinemaxx-Kinocenters am Potsdamer Platz ist der Ärger über niedrige Löhne und schlechte Arbeitsbedingungen groß. Als im Februar 2004 der Tarifvertrag auslief, trat der CinemaxX-Konzern aus dem Arbeitgeberverband aus und senkte die Einstiegslöhne. Seitdem gab es in verschiedenen Städten immer wieder kurze Streiks und Proteste der Beschäftigten. Auch Filmemacher Hans Weingartner, der gerade mit dem medienkritischen Streifen „Free Rainer“ in den Kinos präsent ist, hat sich in Göttingen mit den Beschäftigten solidarisiert.
Auch in Berlin gab es Unterstützung für die CinemaxX-Beschäftigten. So machten am 8. Dezember AktivistInnen des Bündnisses „Mir reichts nicht“ vor dem Kino am Potsdamer Platz auf ungewöhnliche Weise Werbung für deren Forderungen. KinobesucherInnen wurden gefragt, ob sie bereit wären, auf Sprechblasen aus Pappe ihre Meinung zu den Löhnen der CinemaxX-Beschäftigten aufzuschreiben und sich damit fotografieren zu lassen. Die Fotos mit den Statements wurden der Kinoleitung übergeben.
Auch die Berliner Gruppe „Für eine linke Strömung (fels) hat sich im Rahmen des Euro-Mayday-Bündnisses mit prekären Arbeitsbedingungen in der Film- und Kulturbranche befasst. Das Bündnis organisiert seit 2006 in Berlin am 1. Mai eine Parade der Prekarisierten durch Kreuzberg und Neukölln. In diesem Jahr gibt es vom Mayday-Bündnis erstmals den Versuch, zusätzlich dazu mit der Veranstaltungsreihe „Prekarität – Solidarität – Widerstand“ eine Diskussion über die Organisierung von Prekären anzustoßen.
Die Berlinale-Aktion im Februar soll dann der Praxistest sein. Aber auch er hat Vorläufer. Im Jahre 2003 hatte die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di unter dem Motto „Ver.di goes Berlinale“ während des Filmfest in einem Zelt über die Arbeitsbedingungen und gewerkschaftliche Gegenwehr informiert. Der rote Teppich wurde dabei allerdings nicht betreten.

Tarifergebnis bei CinemaxX

20.12.2007 – VERDI

Nach einer mehr als vier Jahre dauernden Tarifauseinandersetzung mit dem Kinounternehmen CinemaxX wurde am 19. Dezember kurz vor Mitternacht ein Verhandlungsergebnis für die etwa 2.000 Kinomitarbeiter erzielt.

Die Tarifvereinbarung zwischen der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und dem Kinounternehmen beginnt im Januar 2008 und hat eine Laufzeit von 48 Monaten. Der Tarifvertrag sieht vor, die nach der Tarifflucht von CinemaxX eingeführten Löhne von 6,50 Euro in acht Stufen auf 8 Euro anzuheben.

Für die verschiedenen Berufsgruppen vom Servicemitarbeiter bis zur Vorführerin wurden Lohnsteigerungen von insgesamt rund 20 Prozent für seit 2004 Neueingestellte sowie Erhöhungen von 3,6 bis 6,4 Prozent für nach altem Tarifvertrag Eingestellte vereinbart. Im Jahr 2011 wird damit ein einheitliches Lohngefüge erreicht. Neueingestellte Mitarbeiter erhalten außerdem vier zusätzliche Urlaubstage und eine Jahressonderleistung von bis zu 300 Euro.

Dennoch bleibt hierbei ebenso wie im Bereich der Mindestschichtlänge eine Differenz zu den entsprechenden besseren Bestimmungen für die bis 2003 eingestellten Mitarbeiter bestehen. „Dieser Teil des Verhandlungskompromisses schmerzt uns“, betonte ver.di-Verhandlungsführer Matthias von Fintel. „Wir haben uns im Kampf gegen die Niedriglöhne durchgesetzt. Allerdings wäre ein gesetzlicher Mindestlohn in dieser Auseinandersetzung außerordentlich hilfreich gewesen.“ Zum Gelingen des Tarifabschlusses hätten vor allem die über 250 Streikaktionen in den letzten Jahren beigetragen. Die Streikenden seien zudem immer wieder von verständnisvollen Kinobesuchern unterstützt worden, erklärte von Fintel.

Herausgeber:

V.i.S.d.P.: Harald Reutter
ver.di-Bundesvorstand
Paula-Thiede-Ufer 10
10179 Berlin
Tel.: 030/6956-1011 bzw. -1012
Fax: 030/6956-3001
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